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Die Geschichte des Wiener Bermudadreiecks

Das Viertel rund um die Ruprechtskirche,
genannt »Bermuda Dreieck«.


Als vor 30 Jahren vier voneinander unabhängige Privatpersonen im aussterbenden Textilviertel um die Ruprechtskirche innerhalb weniger Monate Locations übernahmen und nach Kriterien der Erlebnisgastronomie umgestalteten, war das Bermudadreieck geboren. Bezeichnend war, dass keiner der vier aus der Gastronomie kam, sondern Marketingmanager bis Juwelendesigner vertreten waren, die sich vom Blickwinkel des Konsumenten und den damals fehlenden Möglichkeiten in Wien haben leiten lassen, was sicherlich ein Teil des Erfolgsrezeptes des Bermudadreieck war und ist .

Die allgemeine Aufbruchstimmung dieser Zeit, 1981 war auch Gründungsjahr für eine Vielzahl von Theatergruppen, Kleinbühnen, Zeitungen, Magazinen, Galerien und andere Kulturinitiativen, hat nach einer dem internationalen Standard entsprechenden Lokalszene verlangt, die in der Fussgängerzone im Bereich Seitenstettengasse bis Ruprechtsplatz verwirklicht wurde.

Die Judengasse verband im Mittelalter den Hohen Markt mit dem Ruprechtsplatz. Sie lag außerhalb des damaligen Ghettos und hieß im 15. Jh. "am Silberpühel". In den letzten Jahrhunderten siedelten sich vor allem Altwaren- und Kleiderhändler an. Einige Häuser gehören zum Altbestand oder besitzen historische Details.

Die angeblich 740 n. Chr. gegründete Ruprechtskirche wird seit dem 13. Jh. als älteste Kirche Wiens bezeichnet. Der kleine Fußgeherbereich vor der Kirche hieß im Mittelalter Kienmarkt (früherer Marktplatz der mittelalterlichen "Reststadt" innerhalb der aufrechten Mauern des Römerlagers).

Die Seitenstettengasse stellt die älteste Verbindung zwischen dem Ruprechtsplatz und dem Donaukanal dar und birgt mehrere historische und kulturelle Sehenswürdigkeiten. So befindet sich an der Fassade der Seitenstettengasse 2 eine Gedenktafel für den Dichter Adalbert Stifter, der hier 1842-48 wohnte. Auf dem Dach des Turmes erlebte Stifter eine totale Sonnenfinsternis, die er in "Aus dem alten "Wien" beschrieb. Die Hausnummer 4 beherbergt die Israelitische Kultusgemeinde, dessen Gebäude mit der klassizistischen Fassade 1824-26 von Joseph Kornhäusel errichtet wurde. Weiters ist hier auch das älteste jüdische Gotteshaus in der Innenstadt seit der Judenvertreibung von 1421 zu finden. Die Synagoge, ebenfalls von Joseph Kornhäusel (1825/26) errichtet, steht im Hofe des Hauses der Israelitischen Kultusgemeinde (gemäss den damaligen josephinistischen Bauvorschriften durften nichtchristliche Gotteshäuser nicht an der Strasse stehen). Diese Lage im dicht verbauten Altstadtgebiet rettete die Synagoge in der berüchtigten "Reichskristallnacht" des Jahres 1938 vor der Zerstörung durch die Nationalsozialisten.

Siehe auch »Bermudadreieck Wien« bei Wikipedia
 
 

 
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